|


Dioxin in Eiern - Geschäftemacherei mit der Angst?
Schlagzeilen wie „Dioxinfunde in Eiern" oder „Giftgefahr
von Öko- oder Freilandeiern" haben viele Verbraucher verunsichert. Doch wie
steht es wirklich um die Belastung von Eiern mit Dioxin? Gefährden Freilandeier
die Gesundheit? Oder wird die Angst der Verbraucher geschürt um die Käfighaltung
von Legehennen wieder salonfähig zu machen?
Der vielfach pauschalen und einseitigen Berichterstattung,
die natürlich die Angst der Verbraucher schüren soll, können wir mit Fakten
entgegentreten.
Eier aus allen
Haltungssystemen - also auch aus der Käfighaltung - können erhöhte DioxinWerte
aufweisen. Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 1999 - 2003, die im Januar
2005 veröffentlicht wurden, zeigen, dass in Bio-Eiern in diesem Zeitraum
keine Dioxin-Rückstände gefunden wurden. Die Untersuchungen sind nicht
repräsentativ, geben aber einen guten Anhaltspunkt:
|
Haltungsform |
Anzahl |
Davon < 3 |
Davon > 3 |
Proben über |
|
|
Proben |
pg/g Fett |
pg/g Fett |
Grenzwert |
|
|
|
|
Grenzwert |
in % |
|
Ökologisch |
26 |
26 |
0 |
0,0% |
|
erzeugte Eier |
|
|
|
|
|
Freiland |
93 |
85 |
8 |
8,6% |
|
konventionell |
|
|
|
|
|
Intensive |
10 |
9 |
1 |
10,0% |
|
Auslaufhaltung |
|
|
|
|
|
Bodenhaltung |
45 |
43 |
2 |
4,4% |
|
Käfighaltung |
66 |
60 |
6 |
9,1% |
Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit
Nach
heutigem Wissensstand ist also die pauschale Verurteilung von Freilandeiern als
besonders belastet ungerechtfertigt und nicht haltbar. Verbraucher können nach
wie vor mit gutem Gewissen und Appetit Eier von glücklichen Hühnern essen. Dies
bestätigen neben dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft und dessen nachgeordneten Behörden auch die
Verbraucherschutzverbände.
Geschickt hat die
Lobby der Betreiber von Käfigbatterien kurz vor Beginn der Grünen Woche die
bekannte Information in der Öffentlichkeit lanciert, dass Eier mit Dioxin
belastet sein können. Die Eierlobby möchte offensichtlich die Angst der
Verbraucher nutzen um die Käfighaltung von Legehennen, die ab 2007 in
Deutschland verboten sein wird, wieder hoffähig zu machen. Es mutet schon
merkwürdig an, dass ausgerechnet Niedersachsen Landwirtschaftsminister Heiner
Ehlen, der sich immer vehement für die weitere Zulassung der Käfighaltung
von Legehennen einsetzt, als einer der ersten Kritiker des
Freilandeis zitiert wurde, während zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen nach
Angaben der Landesministerin Bärbel Höhn bei regelmäßigen Messungen keine
überhöhten Werte festgestellt wurden. Wie die „aktuelle Stunde" im Deutschen
Bundestag ergab, beruhte die Veröffentlichung der „Bild am Sonntag" auf der
Untersuchung von genau sieben Freilandeiern in Niedersachsen, von denen zwei den
„Auslösewert" von 2 pg/g überschritten. Inzwischen haben auch andere
Bundesländer bestätigt, dass bei landesweiten Untersuchungen keine erhöhten
Dioxin-Werte festgestellt worden seien.
Dioxin gehört
nicht in Lebensmittel. Allerdings kommt es in der Umwelt heute überall vor.
Darum ist es inzwischen unmöglich, Lebensmittel völlig frei von Dioxin zu
bekommen. Deshalb hat die EU Grenzwerte für Dioxin festgelegt, die nicht
überschritten werden dürfen, wenn Nahrungsmittel als unbedenklich eingestuft
werden sollen.
Seit dem 1. Juli
2002 gilt in der EU, dass Eier und Eiprodukte einen Höchstwert von 3 pg Dioxin/g
Fett nicht überschreiten dürfen. Das entspricht 3 billionstel Gramm/Gramm Fett
oder 0,000 000 000 001g/g Fett. Für Freilandeier gilt dieser Grenzwert seit dem
01. Januar 2005.
Wenn Eier bei
Routinekontrollen diesen Grenzwert überschreiten, dürfen sie nicht verkauft
werden. Routinemäßig durchgeführte Kontrollen gewährleisten, dass solche
belasteten Eier aufgespürt werden.
Das Wichtigste auf einen Blick:
-
Eier die frei von Dioxin sind, gibt es praktisch nicht.Käfigeier
weisen grundsätzlich keine niedrigere Dioxin-Belastung auf als Eier aus
anderen Haltungsformen.
-
Die Quellen für eine erhöhte Dioxinbelastung sind
vielfältig und müssen in jedem Einzelfall untersucht und bekämpft werden.
-
Die Kontrollen von Eiern auf Dioxin-Belastung sollen in
diesem Jahr erheblich verstärkt werden um den Verbraucher zu schützen.
-
Eier bei denen
erhöhte Dioxin-Werte gefunden werden, werden sofort aus dem Handel genommen.
Tierschutz konsequent:
Eine Verteufelung
von Eiern aus Bio- oder Freilandhaltung ist weder haltbar noch der Sache
dienlich. Eine Rückkehr zur Käfighaltung ist nicht die Lösung des
Dioxin-Problems. Die Haltung von Hühnern im Käfig ist Tierquälerei.
Sie als
Verbraucherin und Verbraucher können durch Ihr Kaufverhalten entscheiden,
welches Haltungssystem Sie unterstützen. Zeigen Sie, dass Ihnen die Belange der
Tiere am Herzen liegen und bestimmen Sie mit Ihrem Kaufverhalten, wie Hennen in
Deutschland gehalten werden. Lassen Sie sich nicht verunsichern.
Sagen Sie
weiterhin „Nein" zu Eiern aus Käfighaltung. Kaufen Sie kein Ei aus Quälerei!
Kaufen Sie kein Ei mit 3!
Unterstützen Sie
eine tiergerechte Hennenhaltung, indem Sie Bio-Eier, Eier aus FreilandBoden-
oder Volierenhaltung kaufen, Eier mit der 0, 1 oder 2.
Wer es genau wissen will:
Was sind Dioxine - und wie kommen sie in die Nahrung?
Dioxine sind eine
Gruppe von chemischen Verbindungen, die unter anderem bei der Metallherstellung
oder bei Verbrennungsprozessen (z.B. Abfallverbrennung, Autoabgase,
Zigarettenrauch...) entstehen. Vor allem in den 60er und 70er Jahren waren der
Dioxinausstoß, und die dadurch entstehende Umweltbelastung erheblich, u.a. da in
Verbrennungsanlagen keine Filter und keine Katalysatoren verwendet wurden.
Dioxin wird nur
sehr langsam abgebaut und lagert sich über Jahrzehnte hinweg im Boden ab. Daher
ist es nach wie vor überall in der Umwelt vorhanden, auch wenn die Belastung im
Vergleich zu den 60er und 70er Jahren schon sehr viel geringer geworden ist.
Eine DioxinAufnahme durch den Menschen lässt sich jedoch nicht gänzlich
verhindern, da Dioxin auch über die Atemluft in den Körper gelangt.
Im tierischen
Körper lagert sich Dioxin im Fettgewebe ab und wird dort nur sehr langsam
abgebaut. Aus diesem Grund sind fetthaltige Nahrungsmittel (Milch, Fleisch,
Fisch, Eier, ...) in der Regel am stärksten belastet.
Es muss
gewährleistet werden, dass die Dioxin-Belastung unserer Lebensmittel auf ein
Minimum reduziert wird. Dazu gehören regelmäßige Lebensmittelkontrollen, damit
belastete Eier nicht in den Regalen der Supermärkte landen. Bei einer erhöhten
Belastung muss in jedem Einzelfall die Ursache ausfindig gemacht und bekämpft
werden.
Belastete
Futtermittel müssen vernichtet und belastete Bodenfläche müssen unverzüglich
saniert werden.
Was tun ?? >>>
Weiterführende Informationen auf den Seiten des Deutschen
Tierschutzbundes >>
|